Weiterhin sehr tiefe Schadenquote in der Branche

Die ASGS-Statistiken für 2025 bestätigen das hervorragende Sicherheitsniveau in der Uhren- und mikrotechnischen Industrie. Mit 17 Berufsunfällen pro 1000 Vollzeitäquivalente (VZÄ) liegt die Schadenquote der Branche weiterhin deutlich unter dem SUVA-Durchschnitt. Die Nichtberufsunfälle mit 117 Fällen pro 1000 VZÄ bleiben jedoch der Bereich, in dem die Prävention am meisten herausgefordert ist.

Immer weniger Berufsunfälle

Die ASGS-Statistiken für 2025 bestätigen einen Trend, der seit mehreren Jahren beobachtet wird: Die Uhren- und Mikrotechnikbranche weist eine besonders niedrige Quote der Berufsunfälle auf.

Im Jahr 2025 verzeichnete die Branche 17 Berufsunfälle pro 1000 Vollzeitäquivalente (VZÄ). Dieses seit mehreren Jahren stabile Niveau belegt eine gute Kontrolle der Risiken, die mit der beruflichen Tätigkeit verbunden sind.

Der Vergleich mit den Daten der SUVA macht deutlich, wie gut diese Leistung ist. Im Zeitraum 2016 bis 2025 lag der Durchschnitt für alle bei der SUVA versicherten Betriebe bei 80 Berufsunfällen pro 1000 VZÄ, gegenüber 20 in den Unternehmen, die der Branchenlösung Nr. 28 angeschlossen sind.

Bei den Berufsunfällen weist die Branche somit eine Schadenquote auf, die etwa viermal niedriger ist als der Durchschnitt aller bei der SUVA versicherten Betriebe.

Diese Ergebnisse sind ein Beweis für die kontinuierlichen Bemühungen der Unternehmen, Risiken zu erkennen und einzudämmen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Prävention in die tägliche Praxis zu integrieren. Zugleich belegen sie die Wirksamkeit der Arbeit, die seit vielen Jahren im Rahmen der Branchenlösung Nr. 28 geleistet wird.

Nichtberufsunfälle bleiben die grösste Herausforderung

Bei den Nichtberufsunfällen sieht die Situation etwas anders aus. Mit 117 Fällen pro 1000 VZÄ im Jahr 2025 liegt ihre Häufigkeit weiterhin deutlich über derjenigen der Berufsunfälle und hat im Vergleich zum Vorjahr leicht zugenommen.

In diesem Bereich ist der Unterschied zu den Zahlen der SUVA weniger ausgeprägt. In den letzten zehn Jahren lag der Durchschnitt in der Branche bei 113 Nichtberufsunfällen pro 1000 VZÄ, gegenüber 127 für alle bei der SUVA versicherten Betriebe.

In der Uhren- und mikrotechnischen Industrie kommen somit auf einen Berufsunfall etwa sechs Nichtberufsunfälle. Dieses Verhältnis zeigt, dass die mit der beruflichen Tätigkeit verbundenen Risiken gut unter Kontrolle sind, aber ein grosser Teil der Herausforderungen für die Prävention mittlerweile ausserhalb des Arbeitsplatzes zu finden ist.

Insbesondere sportliche Aktivitäten, Arbeitswege und alltägliche Tätigkeiten sind Umfelder, in denen der Prävention auch zukünftig eine wichtige Rolle zukommt.

Prävention über den Arbeitsplatz hinaus

Diese Ergebnisse verdeutlichen, wie sich die Schwerpunkte im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz gewandelt haben. Die Eindämmung berufsbedingter Risiken bleibt eine Priorität und erfordert auch weiterhin eine konstante Aufmerksamkeit. Die Prävention darf sich aber nicht mehr alleine auf die Risiken in den Unternehmen selbst beschränken.

Unfälle in der Freizeit, auf dem Weg zur Arbeit oder bei alltäglichen Tätigkeiten können ebenfalls einschneidende Folgen für die Mitarbeitenden und die Unternehmen haben, insbesondere im Hinblick auf Absenzen und die Aufrechterhaltung der Beschäftigung.

Die Sensibilisierung für sichere Verhaltensweisen im Alltag und die Verkehrssicherheit ebenso wie die Prävention von Unfällen im Zusammenhang mit Sport oder häuslichen Aktivitäten sind somit Schwerpunkte, die die traditionelle Prävention im Unternehmen ergänzen.

Krankheitsbedingte Absenzen: eine grosse Herausforderung

Die ASGS-Statistiken für 2025 geben nicht nur Auskunft über die Schadenquote, sondern machen eine weitere grosse Herausforderung für die Branche deutlich: krankheitsbedingte Absenzen. Diese machen heute über 90 % der erfassten Fälle, 86 % der Fehltage und geschätzte Kosten von mehr als 569 Millionen Franken aus.

Die Dauer der Absenzen ist ebenfalls ein wichtiger Indikator. 43,5 % der Fehltage entfallen auf Arbeitsunfähigkeiten von 0 bis 30 Tagen, während 42,5 % der Fehltage mit Absenzen verbunden sind, die länger als 30 Tage dauern.

Diese Zahlen unterstreichen, wie wichtig ein frühzeitiges Handeln ist. Prävention und Gesundheitsförderung, die Berücksichtigung psychosozialer Risiken, die Früherkennung von Situationen, die voraussichtlich über einen längeren Zeitraum andauern werden, sowie die Pflege des Kontakts zu abwesenden Mitarbeitenden zählen zu den Massnahmen, die eine Rückkehr an den Arbeitsplatz unter guten Bedingungen fördern.

Bei länger andauernden oder komplexen Fällen kann ein strukturiertes Absenzenmanagement, das Care Management, Case Management, medizinische Beratung und das ergänzende Arztzeugnis CERTI+ miteinander kombiniert, ein koordiniertes Vorgehen ermöglichen. Je nach Situation kann im Rahmen dieses Ansatzes beispielsweise eine ärztliche Zweitmeinung eingeholt werden, die sich auf die funktionellen Fähigkeiten und Einschränkungen der betroffenen Person sowie die Möglichkeiten zur Anpassung des Arbeitsplatzes konzentriert.

Das Ziel besteht nicht nur darin, frühzeitig zu intervenieren, um eine Chronifizierung der Arbeitsunfähigkeit so weit wie möglich zu vermeiden. Ebenso geht es darum, möglichst rasch eine schrittweise und dauerhafte Rückkehr an den Arbeitsplatz zu fördern und die menschlichen, organisatorischen und wirtschaftlichen Folgen der Absenzen zu begrenzen.

Ergebnisse bestätigen die Wirksamkeit der Prävention

Die ASGS-Statistiken 2025 sind ein wichtiger Indikator für die Wirksamkeit der in der Branche umgesetzten Präventionsmassnahmen.

Die sehr geringe Häufigkeit von Berufsunfällen zeigt, dass die jahrelangen Bemühungen Früchte tragen. Die Branchenlösung Nr. 28 bietet den Unternehmen einen Rahmen, um ihre Gesundheits- und Sicherheitsmassnahmen zu strukturieren, Risiken zu identifizieren und geeignete Massnahmen umzusetzen.

Diese guten Ergebnisse dürfen aber nicht dazu verleiten, sich zurückzulehnen. Im Gegenteil: Sie sind ein Ansporn, den eingeschlagenen Weg weiterzuverfolgen und Risiken weiterhin vorausschauend zu erkennen – nicht nur die bestehenden, sondern auch diejenigen, die im Zuge des Wandels in der Arbeitswelt und veränderter gesundheitlicher Gegebenheiten neu auftreten.

Insbesondere die Prävention psychosozialer Risiken, die Gesundheitsförderung und das Absenzenmanagement gehören zu den Herausforderungen, mit denen Unternehmen heute konfrontiert sind.

Eine kollektive Dynamik, die weiterverfolgt werden muss

Die Zahlen für 2025 bestätigen somit die Stärke der Präventionskultur in der Uhren- und mikrotechnischen Industrie. Mit einer Schadenquote, die etwa viermal unter dem SUVA-Durchschnitt liegt, beweist die Branche einmal mehr ihre Fähigkeit, die mit der beruflichen Tätigkeit verbundenen Risiken wirksam einzudämmen.

Die Herausforderung für die kommenden Jahre wird darin bestehen, dieses hohe Niveau zu halten und gleichzeitig die Prävention schrittweise auf jene Risiken auszuweiten, die den grössten Einfluss auf die Gesundheit und die Absenzen der Mitarbeitenden haben.

Prävention ist in erster Linie eine kollektive Aufgabe. Indem die Unternehmen der Branche ihre Bemühungen fortsetzen, ihre ASGS-Indikatoren regelmässig analysieren und ihre Massnahmen an die identifizierten Risiken anpassen, tragen sie dazu bei, ein sicheres Arbeitsumfeld zu bewahren, die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden nachhaltig zu fördern und die Folgen von Absenzen sowohl für die Betroffenen als auch die Unternehmen zu begrenzen.

Die Unternehmen, die der Branchenlösung Nr. 28 «Uhren- und Mikrotechnikindustrie» angeschlossen sind, sind verpflichtet, jährlich eine Statistik über Ereignisse im Bereich Gesundheit und Arbeitssicherheit zu erstellen. Sie müssen ebenfalls Unfälle ausserhalb des Arbeitsplatzes, sogenannte «Nichtberufsunfälle», melden.

Diese Daten werden vom Dienst für Gesundheit und Arbeitssicherheit (SST) der Arbeitgebervereinigung gesammelt, ausgewertet und in einem jährlichen Statistikbericht zusammengefasst. Dieser Bericht dient dazu, Entwicklungen zu verfolgen und Präventionsmassnahmen innerhalb der Branche gezielt zu steuern.

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