Lehre: Jenseits von Klischees – die Realität vor Ort

Die heute an einer Pressekonferenz vorgestellte, nachdem sie gestern bereits den Wirtschaftskreisen präsentiert wurde, von der HEG-Arc durchgeführte Studie zur Lehre im Kanton Neuenburg liefert wertvolle Einblicke in die Realität vor Ort. In Auftrag gegeben von 26 Wirtschafts- und Berufsorganisationen, darunter die Association patronale des industries de l’Arc-horloger (apiah), wurde sie bei 662 Lernenden und 478 Ausbildungsbetrieben durchgeführt, von denen über 21 % aus dem technischen Sektor stammen.

Ihr Ziel war klar: eine realitätsgetreue Bestandsaufnahme der Situation vor dem Hintergrund der Initiative «Für mehr Schutz der Lernenden».

Klare und ermutigende Ergebnisse

Die Ergebnisse sprechen für sich: Fast 8 von 10 Lernenden fühlen sich in ihrem Ausbildungsbetrieb wohl bis sehr wohl. Über 73 % sind stolz darauf, eine Lehre zu absolvieren, und ein ähnlich hoher Anteil würde diesen Weg einem Jugendlichen in der obligatorischen Schule weiterempfehlen.

Diese Zahlen bestätigen, was Ausbildungsbetriebe täglich feststellen: Die Lehre ist zwar anspruchsvoll, aber konkret, praxisnah und zukunftsorientiert. Sie ermöglicht es jungen Menschen, echte Kompetenzen im direkten Kontakt mit dem Beruf zu erwerben, und stellt eine der grossen Stärken unseres Bildungssystems dar, das weit über unsere Landesgrenzen hinaus oft als Vorbild genannt wird.

Ja zu Fakten, nein zu Klischees

Die Studie zeigt auch, dass gewisse Schwierigkeiten – wie in jedem beruflichen oder schulischen Umfeld – existieren, jedoch begrenzt bleiben und keinesfalls das übermässig negative Bild rechtfertigen, das gewisse Kreise mitunter zu zeichnen versuchen.

Indem suggeriert wird, Ausbildungsbetriebe würden junge Menschen nicht ausreichend schützen oder es brauche eine umfassende Kontrolle des Systems, vermittelt die Initiative ein falsches und verzerrtes Bild der Arbeitgeber. Sie nährt ein allgemeines Misstrauen, das weder der Realität der Mehrheit der Lernenden noch dem täglichen Engagement der Ausbildungsbetriebe entspricht. Wie Séverine Favre, Generalsekretärin der apiah, festhält:
«Das heutige System funktioniert gut. Die Arbeitgeber versuchen keineswegs, Schwierigkeiten, mit denen ein junger Mensch konfrontiert sein kann, zu verschweigen – ganz im Gegenteil. Dennoch gilt es, die Verhältnismässigkeit zu wahren. Vor allem sollten wir nicht mit Kanonen auf Spatzen schiessen.»

Weiterbilden, unterstützen und aufwerten

Diese Studie bedeutet keineswegs, dass problematische Situationen verharmlost werden sollen. Sie zeigt auch gewisse Verbesserungspotenziale auf, insbesondere im Bereich der Begleitung der Lernenden. Auch die Unternehmen haben somit weiterhin Anstrengungen zu unternehmen und Lehren aus diesen Ergebnissen zu ziehen.

Vor allem aber erinnert sie an eine wesentliche Realität: Ausbildungsbetriebe und ihre Ausbildner engagieren sich ernsthaft, um den Nachwuchs vorzubereiten. Einen Lernenden auszubilden erfordert Zeit, Mittel, Geduld, Betreuung und ein echtes Engagement. Trotz administrativer Auflagen, Kosten, Herausforderungen in der Betreuung oder konjunktureller Rahmenbedingungen investieren sie weiterhin in die Jugend und in die Zukunft unserer Berufe.

Diese Studie erinnert somit an eine einfache Tatsache: Die Lehre funktioniert, und die Ausbildungsbetriebe engagieren sich konstant für die Vorbereitung des Nachwuchses. Sie verdienen dafür Anerkennung und Unterstützung. Die CP begrüsst daher Ergebnisse, die die Stärke und Relevanz des dualen Bildungssystems im Kanton Neuenburg wie auch in der gesamten Schweiz bestätigen, und ruft dazu auf, die Lehre weiterhin zu fördern, Ausbildungsbetriebe und ihre Ausbildner zu unterstützen, die Schaffung neuer Ausbildungsplätze und neuer Ausbildungsbetriebe zu fördern und den beruflichen Nachwuchs zu einer gemeinsamen Priorität zu machen.

Die Uhrmacherberufe bestätigen ihre Attraktivität im Herzen von Genf

Mehr erfahren

Lehre: Jenseits von Klischees – die Realität vor Ort

Mehr erfahren

Die Uhrenindustrie verzeichnet den ersten Rückgang der Beschäftigtenzahl seit Covid

Mehr erfahren

RPS Detector: psychosoziale Risiken im Unternehmen frühzeitig erkennen und vorbeugen

Mehr erfahren
Oben

Was Suchen Sie ?

Un problème est survenu! Merci de réssayer ou de nous contacter. Désolé du désagrément!

Vielen Dank! Ihre Anmeldung wurde erfolgreich registriert. Sie werden in wenigen Minuten eine Bestätigungsmail erhalten. Sie haben keine Bestätigungsmail erhalten? Denken Sie daran, in Ihren Spam-Ordner nachzuschauen. Falls Sie keine Mail erhalten haben,nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.
\n