Ende September trafen sich die Sozialpartner der Uhren- und Mikrotechnikbranche, um – wie jedes Jahr – über den Teuerungsausgleich per 1. Januar 2027 zu diskutieren. Diese Entscheidung betrifft direkt rund 55’000 Mitarbeitende, die dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) der Branche unterstellt sind.
Voller Teuerungsausgleich trotz anspruchsvoller Konjunkturlage
Im Referenzzeitraum von August 2025 bis August 2026 stieg der Landesindex der Konsumentenpreise um 0,8 %. Trotz einer weiterhin anspruchsvollen und uneinheitlichen wirtschaftlichen Lage in der Uhren- und Mikrotechnikbranche haben die Arbeitgeber erneut beschlossen, den vollen Teuerungsausgleich zu gewähren.
Dieser Entscheid fällt in eine Zeit, in der zahlreiche Unternehmen weiterhin mit eingeschränkter Visibilität, der Frankenstärke sowie einem anhaltenden Kostendruck konfrontiert sind.
Vor diesem Hintergrund stellt der volle Teuerungsausgleich eine bedeutende wirtschaftliche Anstrengung für die Unternehmen dar. Er unterstreicht ihren Willen, die Kaufkraft ihrer Mitarbeitenden weiterhin zu unterstützen und gleichzeitig Arbeitsplätze, Kompetenzen und die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu sichern.
Der GAV sieht jedoch die Möglichkeit von Ausnahmeregelungen für Unternehmen vor, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation nicht in der Lage sind, diese Anpassung vollumfänglich zu tragen. Dieser Mechanismus ermöglicht es, besonderen Situationen Rechnung zu tragen und gleichzeitig am Grundsatz des Teuerungsausgleichs festzuhalten.
CHF 455.– kumulierte Anpassungen innerhalb von sechs Jahren
Der Entscheid für 2027 steht in der Kontinuität der Anstrengungen, welche die Unternehmen in den vergangenen Jahren unternommen haben. Die Arbeitgeber haben den Teuerungsausgleich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gewährt.
Über die letzten sechs Jahre belaufen sich die kumulierten Anpassungen auf CHF 455.– pro Monat und Mitarbeitendem. Dieser Betrag verdeutlicht das Engagement der Unternehmen zugunsten der Kaufkraft. Gleichzeitig zeigt er die Kontinuität der Sozialpartnerschaft in einem wirtschaftlichen Umfeld, das für einen Teil der Branche weiterhin anspruchsvoll bleibt.